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8. Essener Fachgespräch Endlagerbergbau

Rund 100 Entscheider und Experten trafen sich zum Erfahrungsaustausch bei DMT

Essen, den 26.03.2019. Standortauswahlverfahren für Endlager, die Standortsuche für geologische Tiefenlager in der Schweiz, die Rückholung von mittelradioaktiven Abfällen aus der Schachtanlage Asse II und sicherheitstechnische Anforderungen bei der Errichtung des Endlagers Konrad: Diese Themen standen beim gestrigen 8. Fachgespräch Endlagerbergbau im Mittelpunkt.

Veranstalter war wie auch schon in den vergangenen 7 Jahren die DMT GmbH & Co. KG in Essen, ein international tätiges Engineering-Unternehmen, das mit einem breiten Leistungsspektrum in Bergbau und Strahlenschutz bei der sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen unterstützt.

Auf dem Weg zu einem neuen Endlagerstandort – Vorarbeiten zur Auswahl der Teilregionen

Mit der Novellierung des Standortauswahlgesetzes im Jahr 2017 hat das Standortauswahlverfahren für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland begonnen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) erarbeitet derzeit die im Standortauswahlgesetz vorgesehenen Verordnungen zu Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung, zur Durchführung der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen im Standortauswahlverfahren und zur Dokumentation der Endlagerung. Dr. Lukas Schulte vom BMU referierte über den aktuellen Stand.

Rückholungsplanung der MAW-Abfälle aus der Schachtanlage Asse II

Dr. Andreas Hucke (DMT) berichtete über den aktuellen Stand der Planung zur Entwicklung eines technischen Konzeptes zur sicheren und schnellstmöglichen Rückholung der mittelradioaktiven Abfälle aus der Einlagerungskammer 8a auf der 511-m-Sohle. Die Herausforderung bei der Konzeptentwicklung besteht dabei u.a. darin, die unbekannten Größen zum Zustand der eingelagerten Gebinde und der Einlagerungskammer in angemessener Weise zu berücksichtigen. Daher wurden von den Mining Engineering- und Strahlenschutz-Experten der DMT verschiedene Rückholkonzepte für unterschiedliche Szenarien entwickelt, die nach einer Erkundung zur Anwendung kommen können.

Der Schweizer Standortsuchprozess und die prominente Rolle der Sicherheit

Dr. Thomas Kämpfer, Ressortleiter Sicherheitsanalysen bei der Nagra, berichtete über die einzelnen Etappen des „Sachplan geologische Tiefenlager“, in denen zunächst geeignete geologische Großräume identifiziert und potenzielle Standortgebiete evaluiert und verglichen wurden. In 2011 waren drei Standortgebiete für das Tiefenlager für hochradioaktive und sechs für das Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle vom Bundesrat genehmigt worden.

Etappe 2 schloss Ende 2018 mit drei weiter zu verfolgenden potenziellen Standortgebieten ab. Das Ziel der nun gestarteten Etappe 3 ist die Auswahl eines Standortes für jedes Tiefenlager (oder für ein Kombilager), basierend auf den Kriterien zu Sicherheit und technischer Machbarkeit. Dazu werden aktuell die geologischen Kenntnisse in den potenziellen Standortgebieten mittels Seismik und Bohrprogrammen vertieft.

Sicherheitstechnische Anforderungen bei der Errichtung des Endlagers Konrad

Das Endlager Konrad soll bis 2027 fertig gestellt werden. Mit dem Erlass des Planfeststellungsbeschlusses (2007) hat die zuständige Genehmigungsbehörde festgestellt, dass die „nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erforderliche Vorsorge gegen Schäden durch Errichtung und Betrieb der Anlage getroffen ist“. Wie Peter Duwe (BGE) berichtete, wird nun mit der Überprüfung der sicherheitstechnischen Anforderungen des Endlagers Konrad (ÜsiKo) ermittelt, ob es eine sicherheitsrelevante Abweichung zwischen dem damaligen und dem heutigen angemessenen Stand von Wissenschaft und Technik gibt.

In der ersten Phase, die nun abgeschlossen wird, wurde zunächst der Überprüfungsbedarf ermittelt. In dieser Phase haben sechs Forschungsinstitute und Ingenieurbüros vier Themenkomplexe bearbeitet. Danach hat die BGE ein Team aus vier Wissenschaftlern mit einem Review beauftragt. Die Ergebnisse dieses Reviews wurden Ende Januar in Braunschweig der Fachöffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Sie weisen aus, dass es in der ersten Phase bei verschiedenen Sicherheitsanalysen einen Überprüfungsbedarf gibt. Jedoch wurden keine Aspekte identifiziert, die die Sicherheit des Endlagers grundsätzlich in Frage stellen.

Kontakt und weitere Informationen:

 

Dr. Daniela Gutberlet

Tel +49 201 172-1552

daniela.gutberletdmt-group.LÖSCHEN.com

 

Download der Pressemitteilung 8. Essener Fachgespräch Endlagerbergbau (PDF)

 

Hier finden Sie die einzelnen Vorträge der Veranstaltung