Gerade wenn man nichts sieht, ist Transparenz sehr wichtig

Deutschland ist eine Industrienation – und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Denn auch wenn Dienstleistung immer wichtiger wird: Unsere Wirtschaft hat einen technologischen Schwerpunkt. Das heißt, wir brauchen gesellschaftliche Akzeptanz für Technologie. Und wir brauchen Energie: Denn nicht nur die Blechpressen der Automobilhersteller brauchen Strom, sondern auch die Motoren der Elektrofahrzeuge, die Teilchenbeschleuniger des DESY, das Internet der Dinge und all die anderen Zukunftstechnologien.

Sichere Erdgasförderung in Deutschland

Harald Berndt, Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e. V. (BVEG) (Foto: DMT)
Harald Berndt, Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e. V. (BVEG) (Foto: DMT)

Im BVEG sind Unternehmen der Erdgas-, Erdöl- und Geoenergiebranche vertreten, vom lokalen Versorger bis zum Global Player. Nehmen wir zum Beispiel die Erdgasförderung: Kaum jemand macht sich bewusst, dass in Deutschland jährlich mehr als sieben Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert werden – das sind immerhin etwa sieben Prozent unseres Bedarfs. Erdgas verbrennt generell sauberer als andere fossile Brennstoffe und kann so gemeinsam mit den erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Dazu kommt, dass die kurzen Versorgungswege innerhalb Deutschlands natürlich die Transportkosten und -emissionen reduzieren. Und wir haben hierzulande zur Erfüllung der strengen umweltrechtlichen Rahmenbedingungen sehr hohe technische und wissenschaftliche Standards bei der Erforschung, Erschließung, Produktion und Lieferung.

Akzeptanz durch Transparenz

Aber: Wir müssen diesen hohen Standards auch immer wieder gerecht werden. Natürlich gibt es behördliche Vorgaben und Auflagen, etwa zu Sicherheitssystemen.
Zu unserem Verständnis von Verantwortung gehört aber auch, immer besser zu werden. So haben wir schon 2007 ein Erdbeben-Überwachungssystem in Norddeutschland installiert, das die Gasförderung im sogenannten „Elbe-Weser-Gebiet“ begleitet. Es geht hier vor allem um die Beobachtung, Lokalisierung und Einordnung kleiner und kleinster Erschütterungen, die bei einer Gasentnahme durchaus auftreten können – denn tatsächlich verändern sich die Druckverhältnisse in den Gesteinsschichten, und es können Spannungen auftreten, die sich dann in einem „Ruck“ wieder lösen. Dieses System haben wir dann 2012 in Zusammenarbeit mit DMT als Ingenieursdienstleister ausgeweitet und verbessert. Und DMT hat uns dann auch überzeugt, die Messergebnisse nicht nur intern oder in der Zusammenarbeit mit Behörden zu nutzen, sondern auch öffentlich zur Verfügung zu stellen. So entstand nicht nur ein deutlich weiterentwickeltes, sondern vor allem hundertprozentig transparentes System. Und nur so kann man echtes Risikomanagement betreiben: Ein Mit-Nachrichten-hinterm-Berg-Halten hilft Ihnen heutzutage nicht mehr weiter. Schauen Sie sich das gern einmal an: Das Bürgerinformationssystem unter www.seis-info.de ist nicht nur interessant, sondern auch lehrreich. Wussten Sie zum Beispiel, dass auf der Erde ca. 8.000 Erdbeben pro Tag registriert werden, von denen Sie gar nichts mitbekommen?

Erdbeben-Überwachungssystem der DMT

Oberflächenmesstation des Seismischen Ortungsnetzwerks (SON) bei Brockum, Niedersachsen (Foto: DMT)
Oberflächenmesstation des Seismischen Ortungsnetzwerks (SON) bei Brockum, Niedersachsen (Foto: DMT)

Nicht nur weltweit, auch in Norddeutschland kommen Kleinstbeben gelegentlich vor. Woher wir das wissen? Zum Beispiel dank des „Safeguard“-Systems, im Rahmen dessen DMT für uns in einem Gebiet von fast 10.000 Quadratkilometern 43 hochsensible Messstationen aufgebaut hat, die jede Erschütterung aufzeichnen – auch solche, die weit unter der Spürbarkeitsgrenze liegen. Das System liefert dann online Echtzeitdaten zur Lage eines Erschütterungsherdes, zur Magnitude und zur Bodenschwinggeschwindigkeit an der Erdoberfläche. Und zwar rund um die Uhr, vollautomatisch und inklusive SMS- und E-Mail-Benachrichtigung. Behörden sind direkt an dieses System angeschlossen und haben ständigen Einblick in die Daten. Die Messstationen sind zum großen Teil autark, sowohl in der Stromversorgung als auch in der Datenweitergabe per Mobilfunk, das spart wiederum Wartungskosten. Dieses Konzept hat uns von Anfang an überzeugt. Dazu kam dann noch die gute Erfahrung in der Zusammenarbeit bei Installation und Betrieb: professionell, kundenorientiert, aber eben auch auf Augenhöhe – weil da Leute arbeiten, die selbst aus der Praxis kommen.

Ludwig Möhring, Hauptgeschäftsführer des BVEG, ergänzt: „Für uns als Verband ist es natürlich sehr wichtig, dass ein solches System transparent und professionell betrieben wird. DMT als Tochtergesellschaft des TÜV NORD ist ein anerkannt unabhängiger und kompetenter Dienstleister in diesem Bereich. Und wir bekommen alles aus einer Hand: Konzeption, Installation, Betrieb, Datenverarbeitung, Analyse und Kommunikation. Da zahlt sich die ,Engineering Performance‘ auch für uns aus.“


Informationen, Anregungen oder Fragen zum Thema? Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

content-contact-de

content-contact-p1-de